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Stefans Segelseiten

Brandaris Race 2002 - Seite 4

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Der Großbaum des Schiffes an unserer Backbordseit knallt plötzlich in unser stehendes Gut - es ist aber glücklicherweise nichts ernsthaftes passiert, beide Schiffe kommen ohne Beschädigung wieder frei.

Das Schiff an Backbord geht auf Tuchfühlung Auch an Steuerbord wird es immer enger

Auch die "Albert Johannes" setzt sich endlich wieder in Bewegung und es gelingt unserem Skipper, eine Lücke im Gewühl zu finden. Wir rauschen fast zeitgleich mit vielen anderen Schiffen über die Ziellinie. Die Hornsignale des Zielschiffes kommen so schnell hintereinander, dass absolut nicht festzustellen ist, wer denn nun vorne lag. Auch der Toppsegelschoner war auf gleicher Höhe wie wir.

Es geht Kopf an Kopf über die Ziellinie Das Ziel - Terschelling mit dem Leuchtturm Brandaris

Kaum haben wir dann das Kommando zum Segelbergen erhalten und der Skipper die Maschine für das letzte Stück bis Terschelling angeworfen, bricht das Unwetter über uns los. Es hagelt wie verrückt, der Wind erreicht in Böen Sturmstärke. Es macht überhaupt keinen Spaß, unter diesen Bedingungen die Segel herunterzuholen, der Hagel tut im Gesicht ziemlich weh und man sieht fast nichts mehr.

Natürlich verklemmt sich auch noch der vorderste Klüver auf halber Höhe, so dass die Skipperin (Sorry, der Name ist mir leider entfallen) ins Klüvernetz muss, und das Ding zu bändigen. Respekt, Respekt - das war schon eine Leistung, unter diesen Bedingungen dort herumzuturnen.

Auf der Homepage von Karl-Heinz Czierpka unter http://www.czierpka.de/alida/ gibt es noch einen tollen Bericht zum Brandaris Race 2002. Hier werden die Ereignisse aus Sicht der Segler auf der Kennaak "Alida" geschildert. Die Mannschaft der "Alida" hat es mit viel Einsatz geschafft, vor dem Hauptfeld um die Sandbank herumzukommen, so dass man sich von dort das Chaos in Ruhe ansehen konnte.

Anschließend gab es bei uns erst einmal einen kräftigen Schluck für alle Mitsegler. Im Hafen hat Eigner Steffen dann erst mal für ein leckeres Abendessen gesorgt. Bis wir damit fertig waren, war es leider schon ziemlich spät. Dadurch kamen wir erst nach der Siegerehrung in die Diskothek "Braskoer" und haben daher überhaupt nicht mehr mitbekommen, welchen Platz wir denn nun gemacht haben.

Im Nachhinein habe ich von Steffen erfahren, dass wir nach offizieller Info den 5. Platz belegt haben. Egal, es hat auf jeden Fall Spaß gemacht und außerdem gilt ja bekanntlich der Grundsatz "Dabeisein ist alles". Abends wurde noch kräftig gefeiert. Am nächsten Tag ging es dann ziemlich spät - warum nur ? - zurück nach Harlingen. Das Wetter war sehr schön, aber kaum Wind da. So eine richtige Kaffeefahrt für müde Krieger ...

Alles in allem: Ein toller Törn zum Jahresabschluß, mit viel Action. Mir hat es großen Spaß gemacht.

Zum Schluß noch ein paar Infos zur "Albert Johannes":

Länge Breite Tiefgang Segelfläche Baujahr
46,00 m 6,00 m 1,60 m 500 m² 1928

Die "Albert Johannes" wurde als Frachtsegler gebaut, fuhr viele Jahre als Frachter und hat jetzt wieder ihre ursprüngliche Form als Dreimast-Gaffelschoner. Bis zu 26 Personen können an Bord untergebracht werden.

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