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Brandaris Race 2003 auf der ALIDA - Seite 1
Am dritten Oktober-Wochenende fand das diesjährige Brandaris-Race von Harlingen/NL zur friesischen Insel Terschelling statt.
Hierbei handelt es sich um eine Regatta der Klipper, Tjalken, Aaken und Botter, also der traditionellen niederländischen Segelschiffe,
die als Frachtsegler auf dem Ijsselmeer, dem Wattenmeer und in den Küstengewässern von Nord- und Ostsee zu Hause waren. Heute sind diese
Schiffe überwiegend in der Charterfahrt mit Passagieren tätig. Das Brandaris-Race ist eine Art Saisonabschluß
für die Skipper und ihre Mitsegler aus den europäischen Nachbarländern.
Nachdem ich im letzten Jahr auf der ALBERT JOHANNES
am Brandaris Race teilgenommen habe, habe ich in diesem Jahr eine Koje auf der ALIDA gebucht.
Die ALIDA ist eine Keenaak, das einzige noch erhaltene Schiff dieses Typs und wurde im Jahr 1907 gebaut.
Die Keenaak ist der einzige große Plattbodentyp, der als Knickspant gebaut wurde, also in einer Bauweise
mit geraden, eckigen Spanten, bei der die Seiten des Rumpfes an den Boden im Winkel anschließen.
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Zunächst hatte ich jedoch erst einmal Schwierigkeiten, die ALIDA überhaupt zu finden. Ich bin abends gegen 20.00 Uhr
in Harlingen angekommen und wußte bis dahin noch nicht, wo ich die ALIDA finden kann. Nach meinen Buchungsunterlagen sollte ich
Skipper Remco Visser auf seinem Handy anrufen, um den Ort zu erfragen - nur der hatte sein Handy leider nicht an und die
verdammte Mailbox wollte mir einfach den Liegeplatz nicht verraten....
Da ich mein Auto ziemlich außerhalb auf einem bewachten Parkplatz in der Nähe des Fährterminals abgestellt hatte, blieb mir
leider nichts anderes übrig, als mich samt Gepäck zu Fuß auf den Weg zu machen, um die Häfen abzuklappern. Da kam entsprechend Begeisterung auf.
Nach ca. 45 Minuten Gepäckmarsch mit vollem Gerödel bin ich dann aber glücklicherweise auf Karl-Heinz Czierpka und seinen Kumpel Michel Schürmann gestoßen. Mit Karl-Heinz hatte ich bereits im letzten Jahr "virtuell" über das Internet
Bekanntschaft geschlossen. Er ist schon mehrfach auf der ALIDA gesegelt und hat seine Erlebnisse auch im Internet veröffentlicht. Die Berichte von Karl-Heinz Czierpka findet ihr hier.
Karl-Heinz hatte zumindest schon eine nähere Vorstellung vom Liegeplatz der ALIDA und wir haben das Schiff dann auch schnell gefunden.
Mitlerweile war es jedoch ziemlich finster und es war Niedrigwasser. Die Schiffe lagen ziemlich tief im "Päckchen" nebeneinander. Die ALIDA lag in 4.Reihe und war entsprechend schwer zu erreichen.
Vom Kai ging nur eine sehr schmale Treppe zu den Schiffen herunter und so kam es wie es kommen musste - ich habe beim Herabsteigen erst einmal meinen Schlafsack im Wasser versenkt. Dank eines Bootshakens und der freundlichen
Mithilfe des Skippers vom ersten Schiff in der Reihe wurde er aber zügig gerettet - nur nass war er trotzdem und für die erste Nacht daher nicht mehr zugebrauchen. Es konnte also nur besser werden :-(
Nach einem leckeren Essen beim Chinesen und diversen Bierchen ging es mit meiner Stimmung aber schon wieder deutlich bergauf. Und der nächste Morgen lockte mit
strahlendem Sonnenschein bei knackigen Temperaturen und Eis an Deck.
An Bord hatte sich eine lustige Truppe versammelt und die Wind- und Wetteraussichten für den Regattatag waren auch prima. Es waren ca. 3 Windstärken vorhergesagt, zwar nicht viel aber doch genug, um vernünftig zu segeln.
Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem einen oder anderen weiteren Kaffee an Deck
ging es so langsam los mit den Vorbereitungen für die Regatta. Karl-Heinz hatte sich für dieses Jahr vorgenommen, das Brandaris Race in bewegten Bildern festzuhalten.
Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.
Nach und liefen dann immer mehr Schiffe aus. Nachdem unser "Päckchen" sich hinreichend gelichtet hatte, ging es dann auch für uns endlich los. Die Konkurrenz war offensichtlich ebenfalls gut gerüstet und jeder Skipper hat versucht,
eine optimale Startposition zu erreichen.
Skipper Remco Visser machte einen hochkonzentrierten Eindruck und beobachtete argwöhnisch die Konkurrenz. Boudewijn bereitete das Großsegel zum Setzen vor und gab eine erste Einweisung in die Segelbedienung.
Die Mannschaft war hoch motiviert und so ging das Setzen der Segel zügig voran.
Bei überwiegend achterlichen Winden konnten die Standardsegel (Klüver, Fock, Groß- und Besansegel) alle gesetzt werden, dazu hatten Remco und Boudewijn noch einige Geheimwaffen vorbereitet. So sollten zu gegebener Zeit ein Halbwindsegel,
ein Stagsegel zwischen Fock- und Großmast sowie ein Wassersegel unterhalb des Großbaums zum Einsatz kommen. Die Konkurrenz schlief aber auch nicht, viele andere Schiffe hatten die Segel ebenfalls bereits gesetzt.
Mehr gibt es auf der nächsten Seite.