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Törnbericht Travemünde - Bornholm - Seite 3
Irgendwann ging es auch für uns dann richtig los. Wie verschiedene andere Mitsegler konnte ich es kaum erwarten,
endlich selbst in das Rigg aufzusteigen. Nachdem Verbindungsoffizierin Manuela uns in die Handhabung der Fallgurte eingewiesen hatte und die Gurte an die mehr oder weniger
üppige Leibesfülle ;-) der Kletterteilnehmer angepasst waren, gab es kein zurück mehr.
Manuela stieg nach dem O.K. der Brücke zuerst bis zur ersten Saling des Großmastes auf und wir kletterten mit entsprechendem Sicherheitsabstand hinterher.
Nachdem wir alle den Überhang der ersten Saling überwunden hatten, hatten wir erst einmal Gelegenheit, den Puls wieder auf eine normale Frequenz zu bringen
und uns die tolle Aussicht anzusehen. Manuela wurde gleich dazu verdonnert, das erste Beweisfoto zu schießen - siehe mittleres Foto.
Nachdem wir uns wieder beruhigt hatten, konnten alle, die die Nase noch nicht voll hatten, auf die nächste Saling aufentern. Ich habe ebenso wie Christian aus Bonn und einige andere Mitsegler dieses Angebot gerne angenommen.
Andere zogen es jedoch vor, es beim Ausflug auf die erste Saling zu belassen.
Beim weiteren Aufstieg mussten wir feststellen, dass die oberen Wanten deutlich steiler wurden und das Aufentern somit viel anstrengender war. Dafür war die Ausicht dort oben einfach nur genial.
Danach reichte es uns aber auch für den Anfang, die Kletterei war doch für uns untrainierte Touris ganz schön kräftezehrend. Nachdem wir alle wieder wohlbehalten an Deck angekommen waren,
gab es erst einmal Szenenapplaus von den Trainees, die es vorgezogen hatten, an Deck zu bleiben und auf Kletteraktionen zu verzichten.
Ich war von dem Eindrücken dort oben einfach nur begeistert
und konnte den nächsten Aufstieg kaum erwarten. Alle Trainees konnten den Klettergurt gegen Gebühr für die ganze Woche mieten, so dass weiteren Klettertouren nichts im Weg stand.
Einzige Voraussetzung war die Genehmigung durch den wachhabenden Offizier auf der Brücke und die anschließende Rückmeldung.
Als nächstes haben Christian und ich dem Bugspriet einen Besuch abgestattet. Der Außenklüver war nicht gesetzt, so dass man bequem auf dem eingepackten Segel sitzen konnte. Die Perspektive vom Bugspriet
aus war toll und ich habe mich dort sauwohl gefühlt - wie man es an dem breiten Grinsen in meinem Gesicht unschwer erkennen kann.
Anschließend ging es dann hoch in den Fockmast. Von hier aus kann man im Vergleich zum Großmast deutlich weiter sehen, da nach vorne nicht mehr soviel Segel im Blick sind.
Ab der zweiten Saling kann man von oben auf die Klüver heruntersehen, ein toller Anblick.
Auf einmal gab es Segelalarm, als wir noch auf der mittleren Saling des Fockmastes standen. Wie es Manuela uns vorher eingetrichtert hatte,
blieben wir einfach dort stehen und sahen uns von oben an, wie es an Deck auf einmal hektisch wurde. Der Wind hatte zwischenzeitlich kräftig aufgefrischt und
daher sollten die Unterbramsegel geborgen werden.
Ruck-Zuck waren die Segel aufgegeit und die Kadetten enterten auf. Wir ernteten einige verblüffte Blicke, als die Jungs sich auf der Saling an uns vorbeidrückten.
Wir waren froh oben, zu sein, denn dadurch konnten wir uns mal aus der Nähe ansehen, wie das Einpacken der Segel so von statten geht.
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