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Kieler Woche 2005
Vorgenommen hatte ich es mir schon seit längerem, aber in diesem Jahr habe ich es tatsächlich geschafft,
einmal die Kieler Woche zu besuchen. Diese fand vom 18.-26. Juni 2005 statt und ist nach eigenen Angaben das größte Segelsport-Ereignis der Welt und das größte Sommerfest im Norden Europas.
Die Bezeichnung Sommerfest bestand in diesem Jahr auch durchaus zu Recht, das Wetter zur Kieler Woche war überwiegend hochsommerlich und so wurde die Veranstaltung von vielen Seh- und Seeleuten besucht.
Ich hatte mich ab dem 24.06. abends auf der "Brigg Roald Amundsen" einquartiert, auf der ich bereits im Januar zwischen den Kanarischen Inseln gesegelt bin (den dazugehörigen Törnbericht findet Ihr hier).
Im Anschluß an die Kieler Woche hatte ich einen Törn mit der Roald von Eckernförde nach Amsterdam geplant, so dass man die beiden Ereignisse gut verbinden konnte.
Am Samstag nahm die Roald an der Windjammerparade teil, für den Sonntag war noch eine weitere Tagesfahrt mit Gästen geplant.
Da es mir zu langweilig war, nur als "Gast" an den Tagesfahrten teilzunehmen, habe ich mich voll in den Arbeitsablauf an Bord eingespleißt und bin quasi als Stamm-Anwärter-Anwärter mitgefahren :-)
Über meine zusätzlichen Hände war an Bord auch niemand böse, denn es gab genug zu tun. Morgens musste Klar-Schiff gemacht werden und es mussten vor Ankunft der Gäste alle notwendigen Vorbereitungen
getroffen werden.
Pünktlich mit dem Eintreffen der Gäste verschwand die Sonne und das Wetter wurde ausgesprochen mies. Es wurde saukalt und goß teilweise wie aus Kübeln und so war die Auslaufparade besonders für die Gäste
zunächst nicht das erwartete Highlight. Glücklich waren die, die sich durch eine regenfeste Kleidung hinreichend vorbereitetet hatten. Die meisten Mitsegler standen dichtgedrängt und frierend unter dem Zelt auf der Roald.
Die Parade
der Windjammer wirkte im Grau-in-Grau eher trübe, da aufgrund der vorherschenden Windrichtung auch kaum Segel gesetzt werden konnten. Selbst die Ausgabe des leckeren Mittagessens konnte die langen Gesichter nicht wirklich vertreiben. Besonders die Messe mit heißen Getränken und der Bierstand an Deck waren
als Aufenthaltsorte sehr beliebt. Hendrik Lückenga sorgte an der Zapfanlage dafür, dass den Gästen die Zeit trotzdem nicht zu lang wurde.
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Ein Höhepunkt der Auslaufparade war das neue Flaggschiff der Color Line, die "Color Fantasy". Dieses neue Fährschiff vermittelt auf der Strecke Kiel-Oslo seit
kurzem echtes Kreuzfahrt-Feeling.
Glücklicherweise hielt das schlechte Wetter aber nicht lange an. Zum Ende der Ausfahrt aus der Kieler Förde klarte es wieder auf und die Sonne sorgte dafür,
dass es an Deck schnell wieder trocken wurde. Die Laune der Gäste verbesserte sich schlagartig und auch die Segler, die wieder nach Kiel zurückkehrten, wirkten gleich wieder viel eindrucksvoller.
Kaum war das Wetter wieder schön, schlich sich von hinten langsam der befreundete Rennkutter "Nobile" heran. Die verdächtige Nähe und die ungewöhnlich hohe Bemannung der Saling
ließen nichts Gutes erahnen und so wurden an Bord der Roald geeignete Abwehrmaßnahmen vorbereitet. Es wurden mit Wasser gefüllte Luftballons verteilt und die Feuerwehrschläuche klar gemacht. Kaum war die Nobile längsseits, prasselte ein Hagel von
Wasserbomben aus dem Rigg der Nobile auf das Deck der Roald. Da wir unsere Gäste aber vorgewarnt hatten, waren die meisten entsprechend gut vorbereitet und so hielten sich die "Sachschäden" in Grenzen.
Unsere Abwehrmaßnahmen wurden sofort eingeleitet und am Ende waren die Leute an Bord der Nobile nasser als wir - was nicht bei allen Gästen an Bord der Nobile zu uneingeschränkter Freude führte. Der Seenotkreuzer Nis Randers der DGzRS beteiligte sich auch
an den allgemeinen Wasserspielen, allerdings ohne andere Schiffe aufs Korn zu nehmen. Angesichts der erdrückenden Leistung der Löschwasserkanonen an Bord des Kreuzers war das vermutlich auch besser so...
Mit passieren des Leuchtturms Friedrichsort in der Kieler Bucht näherte sich dieser Tagestörn langsam dem Ende und es wurde das Anlegemanöver vorbereitet. Dabei passierten noch das ukrainische Vollschiff "Khersones", auf der ich im Sommer 2002 gefahren bin,
sowie die mitlerweile aus der ARD-Fernsehserie Windstärke 8 als "Bremen" bekannte "Fridtjof Nansen" die Roald.
Alles in allem hat sich der Ausflug nach Kiel also doch gelohnt. Abends konnte man dann noch Musik auf diversen Bühnen hören oder sich durch die "Freßmeile" kämpfen. Es war sicherlich für jeden
etwas dabei. Nur dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag ausgerechnet über der Polizeiwache neben dem Anlegeplatz der Roald eine lautstarke Techno-Party rund um die Uhr gefeiert wurde, trübte den positiven Gesamteindruck etwas.
An eine Nachtruhe war bei dem Radau wirklich nicht zu denken. An Bord wurde daher laut darüber nachgedacht, mal wieder die Feuerlöschschläuche klar zu machen....