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Stefans Segelseiten

Von Elsfleth haarscharf an Kirwall/Orkney vorbei :-(
über Lerwick/Shetland nach Bergen

Dieser Bericht besteht aus 3 Seiten. Seite 2 Seite 3

Der diesjährige Törn mit der STATSRAAD LEHMKUHL startete in Elsfleth an der Unterweser. Elsfleth hat durch die günstige Lage am Zusammenfluß der Weser und der Hunte sowie die Nähe zur Nordsee eine große Verbundenheit zur Schifffahrt und zum Schiffbau.

So war Elsfleth ein naheliegendes Ziel für die Feier des 90. Geburtstags der 3-Mast-Bark STATSRAAD LEHMKUHL, die 1914 auf der Werft der Johann C. Tecklenborg AG in Geestemünde (heute Bremerhaven) gebaut und am 20.04.1914 in Dienst gestellt wurde. Damals hieß das Schiff noch GROSSHERZOG FRIEDRICH AUGUST und wurde als Schulschiff für den Deutschen Schulschiff-Verein gebaut.

Tecklenborg Bau-Nr. 263, Baujahr 1914 Angst vor den Wikingern??? 90 Jahre und noch top in Schuss

Zum Geburtstag der STATSRAAD LEHMKUHL gab es in Elsfleth ein kleines Windjammer-Treffen. Freitag abend war die flaschengrüne ALEXANDER-VON-HUMBOLDT zu Besuch, die in Elsfleth beheimatete GROSSHERZOGIN ELISABETH ergänzte den Rahmen für die Feier. Nicht ganz passend war jedoch die Platzierung der STATSRAAD LEHMKUHL vor der Mündung einer dicken Kanone. Die Elsflether werden doch nicht noch heute Angst vor den Wikingern haben? :-)

Neben der Seefahrtschule in Elsfleth (heute ein Teil der Fachhochschule Oldenburg) ist das Haus Visurgis (lateinischer Name für Weser) ein Blickfang. Hier ist die nautische Kameradschaft Visurgis beheimatet, die als Sinnspruch – navigare necesse est - (Seefahrt tut Not) gewählt hat. In dem Haus ist heute das Hotel Zur Kogge untergebracht. Am Giebel befindet sich ein Glockenspiel, welches alle 2 Stunden eines von 13 verschiedenen Seemannsliedern und Shanties zu Gehör bringt. Darüber hinaus verkündigen die Glocken durch regelmäßiges "Glasen" dem Seefahrer die Stunde.

Ansonsten hat Elsfleth eine nette Einkaufsstraße und ist insgesamt sehr überschaubar.

Schwere Bewaffnung aus alten Zeiten Glockenspiel am Haus Visurgis

Am Montag konnte man vormittags auf der STATSRAAD LEHMKUHL einchecken, da der Törn lt. ursprünglicher Zeitplanung schon mittags losgehen sollte. Irgendjemand hat bei der Törnplanung aber wohl auf den falschen Tidenkalender gesehen, um die Zeit war Niedrigwasser.

Das Einchecken war aufgrund der geänderten Sicherheitsvorschriften zum Schutz vor terroristischen Angriffen diesmal eine besondere Prozedur. Ein Anbordgehen oder Verlassen des Schiffes war nur nach einer Identitätskontrolle möglich. Dadurch hatte die Gangway-Wache viel zu tun, zumal der dafür benutzte Scanner gelegentlich den Dienst verweigerte.

Die Check-In/Check-Out Prozedur war ganz schön lästig und der Sinn darf durchaus bezweifelt werden. Leider hatten wir aufgrund der verschärften Sicherheitsvorschriften auch keinen Zutritt mehr zur Brücke oder zum Maschinenraum, auch der Besuch im Käpitäns-Salon fiel diesmal flach - schade. Der Törn startete dann endlich am Abend mit dem Einsetzen der Ebbe. Vorbei an der "Lissy" und der Seefahrtsschule ging es durch das Hunte-Sperrwerk hinaus auf die Weser.

Es geht los - im Hintergrund die Seefahrtsschule Elsfleth Hunte-Sperrwerk

Die Trainees bildeten wieder eine europäische Mischung - Norwegen, Schweden, Dänemark, die Niederlande, Frankreich und Deutschland waren als Nationen an Bord vertreten. Im Gegensatz zum letzten Jahr war diesmal die Stammbesatzung der Lehmkuhl an Bord: Kapitän Marcus A. Seidl, 1. Offizier David Seidl, Bootsmann Uwe Dörrbecker.

Als "Sergeant" und Ansprechpartner für die Trainees hatte diesmal John, ein waschechter Schotte, das Sagen. Der Typ ist wirklich ein Original und verstand es während der Reise immer wieder, für Ordnung zu sorgen und uns mit seinen Erzählungen und historischen Fakten über Orkney und Shetland in den Bann zu ziehen.

Zunächst ging es unter Maschine durch die Weser und das Verkehrstrennungsgebiet vor der deutschen Küste. In der Zwischenzeit war reichlich Gelegenheit, den Seesack auszupacken und sich häuslich einzurichten. Morgens wurden dann aber endlich die ersten Segel gesetzt und es ging bei leichtem Wind Richtung Norden.

Endlich unter Segeln Nachtlager der White Watch

Bei der Wachteinteilung gab es erst ein paar Probleme, weil die Hundewache (rote Wache von 0-4 Uhr) doch sehr unbeliebt war. Erst unter Androhung übelster Sanktionen konnte John einige "Freiwillige" überreden, die Wache zu wechseln. Ich hatte Glück und bin wieder in der ehemals grünen, jetzt aber blütenweißen Wache gelandet.

Der Farbwechsel wurde nötig, weil die Lehmkuhl mitlerweile regelmäßig von der norwegischen Marine genutzt wird. In der Marine gibt es aber keine grüne, sondern nur eine weiße Wache. Ist aber auch egal, ich habe sogar die gleiche Nummer (114) wiederbekommen, wie im letzten Jahr.

Mehr gibt es auf der nächsten Seite.

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