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Segeln in der Wintersonne mit der Brigg "Roald Amundsen" - Seite 3
Steuermann Christian, der erstmalig dieses Anlegemanöver fahren sollte, kam der Kringel vor dem Hafen gerade recht,
damit hatte er noch einmal Gelegenheit, das Drehen im engen Hafen zu üben, da die Roald mit der Backbordseite
an die Pier sollte. Zur Übernahme der Leinen wurde das Boot ausgesetzt, sobald der Frachter im Hafen sein Manöver
beendet hatte. Ich gehörte mit Uwe und Wolfgang zum Leinenkommando und sollte eigentlich die Vorleine übernehmen.
Das Aussetzen des Boote klappte auch prima, nur dann mussten wir feststellen, dass rechts an der Pier, an der wir anlegen
sollten, weit und breit keine Treppe oder Leiter vorhanden war, wo wir an Land konnten. Wir mussten also erst einmal
einen Aufstieg suchen, und fanden tatsächlich eine Treppe - leider nur an der gegenüberliegenden Seite
des Hafen. Und hinter uns lief die Roald unaufhaltsam in den Hafen ein....
So begann für uns ein Wettlauf mit der Zeit und wir rannten quer über die nächste Pier in Richtung Anlegestelle. Schon fast
auf der anderen Seite wurden wir von Bauarbeitern darauf aufmerksam gemacht, dass auf dieser Pier kein Durchkommen war.
Also hieß es Kommando zurück und ganz außen um das hinterste Hafenbecken herum.
Uwe, unser durchtrainierter Triathlet führte den Lauf souverän an, dicht gefolgt von Wolfgang.
Nur mir ging so allmählich die Puste aus und ich musste das Tempo deutlich verlangsamen. So kam dann Uwe locker als
erster ins Ziel, Wolfgang folgte kurz dahinter und ich musste mich deutlich abgeschlagen mit dem dritten Platz begnügen,
kam aber gerade noch rechtzeitig für die Roald und reif fürs Sauerstoffzelt an.
Es muss einem untrainiertem Sesselpfurzer wie mir ja auch gesagt werden, dass man sich beim Segeln auf einen lockeren
800-1000m Lauf mit Schwimmweste und Sicherheitsschuhen einstellen muss. Die Übernahme der Leinen wurde daher kurzfristig
umdisponiert und ich war von da an für die Heckleine zuständig. Jetzt hatten wir aber ausreichend Zeit, uns wieder zu
erholen, denn es dauerte doch etwas länger, bis sich Christian mit seinem umfangreichen Beratungsstab auf die richtige
Leinenausstattung geeinigt hatte.
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Nach dem das Anlegemanöver erfolgreich abgeschlossen und die Gangway geriggt und ausgebracht war, genehmigte Volker das
erste Anlegerbier, welches von Steuermann Christian gesponsort wurde. So ein Bierchen kann doch überraschend lecker schmecken,
wenn man vorher um den halben Hafen gerannt ist. Auf See gilt ein absolutes Alkoholverbot, was aus Sicherheitsgründen natürlich auf
völlig korrekt ist.
Ich habe dann noch einen Bummel durch den Ort gemacht und dabei leider den ersten Höhepunkt, eine Spontanfete mit lautem Gesang und Steuermann Christian an der Quetschkommode verpasst.
Auch Volker hat mit einigen Gedichtsvorträgen mit Werken von Ringelnatz und Grasshoff dazu beigetragen, dass dieser Abend wohl in die Geschichte der Roald eingehen wird.
Besonders Bernd und Nissa heizten mit ihrer Ausgelassenheit und bühnenreifen Tanzeinlagen ein. Leider habe ich die Ereignisse nur später auf entsprechenden Kurzvideos sehen können - dumm gelaufen.
Für den nächsten Tag hatte Volker über eine örtliche Ansprechpartnerin 4 Mietfahrzeuge bestellt, mit denen die grüne Insel "La Palma" erkundet werden sollte. Den Namen hat die Insel wirklich zu Recht, wie man unten auf den Fotos sehen kann. Bootsmann Jens-Peter hat uns vor der Abfahrt noch darauf hingewiesen,
bloß nicht auf die falsche Stelle auf der Insel zu treten, damit nicht - wie von Fachleuten befürchtet - die eine Hälfte der Insel abbricht.
Bruno, Gunnar, Britta, Claudia und ich haben uns für die Nordroute entschieden, d.h. wir sind von Santa Cruz aus über Puntalana, Los Sauces zunächst bis Barlovento gefahren. Von dort ging es über die noch abenteuerlichere
Nebenstrecke, bis wir wieder auf die Hauptstraße gestoßen sind. Bei Llano Niagro sind wir der Strecke Garafia-Santa Cruz in endlosen Kehren bis zum Observatorium auf über 2.200m Höhe gefahren.
Besonders für unseren Fahrer Bruno
war die Strecke sehr anstrengend, da sie viel Aufmerksamkeit erforderte. Überall auf der Strecke lagen dicke Steine oder Felsbrocken, dazu drohte die Gefahr von Straßenglätte. Aufgrund einer Wetterwarnung (Schnee und Eis) sind
wir dann auch nicht ganz bis zum höchsten Aussichtspunkt der Insel gefahren, sondern vom Observatorium auf gleichem Weg wieder zurück. Nachfolgend ein paar Impressionen.
Anschließend ging es weiter über Puntagorda nach Tazacorte, wo wir zu Mittag gegessen haben. Die Gegensätze auf La Palma sind schon krass, kurz vorher fährt man
im Hochgebirge bei Temperaturen um Null Grad C mit Eis und Schnee, später steht man am Strand bei Sonne und Temperaturen um 20 Grad C.
Von Tazacorte aus ging es dann über Los Llanos und El Paso (Karl May lässt grüßen...) zu einem kurzen Abstecher in den Nationalpark
Caldera de Taburiente. Hier wechselt die Landschaft auch wieder total. Schroffe Felsen und grüne Kiefernwälder laden hier zum Wandern ein.
Bis dahin hatten wir eigentlich Glück mit dem Wetter, aber auf dem weiteren Rückweg nach Santa Cruz hat uns dann der Regen erwischt. War aber egal, wir haben viele Eindrücke von
dieser grandiosen Landschaft mitgenommen, der Tagesausflug hat sich wirklich gelohnt. Die Insel haben wir übrigens heile hinterlassen, es ist nichts abgebrochen...
Fortsetzung folgt....