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Segeln in der Wintersonne mit der Brigg "Roald Amundsen" - Seite 5
Am nächsten Tag habe ich dann bei 3-4 Windstärken erst einmal einen intensiven Ausflug ins Rigg und auf den Klüverbaum
unternommen, um zum einen meinen immer noch vorhandenen inneren Schweinehund zu bekämpfen und um zum anderen bei
der Gelegenheit gleich ein paar Fotos zu machen.
Später gab Steuermann-Anwärter und Bordarzt Michael diverse interessante Tipps zum Thema Erste Hilfe an Bord. Trainee Wolfgang musste hierbei geduldig das Opfer spielen.
An sonsten war Bordroutine angesagt, ein bißchen Messingputzen hier und das übliche Segeltrimmen dort.
Am Nachmittag wollte Steuermann Christian trotz des eher schwachen Windes mal ein Wendemanöver probieren. So wurde dann
das Briggsegel intensiv gelüftet, was wir bislang noch gar nicht kennengelernt hatten. Aus dem Wendeversuch wurden dann zwei, die mangels Wind aber leider nicht vom Erfolg gekrönt waren.
Trotzdem war es eine gute Übung, um das Manöver einmal kennenzulernen. Schließlich wurde dann eine Halse gemacht und das ursprüngliche Ziel Puerto de Mogan wurde kurzerhand gecancelt.
Als neues Ziel wurde dann Los Christianos im Süden von Teneriffa angesteuert,
wo wir dann am nächsten Tag gegen Mittag vor Anker gingen. Wie üblich wurde wieder ein Schlauchboot-Shuttle organisiert. Das Ausschiffen der Landgänger gestaltete sich allerdings sehr schwierig,
Dauerlieger blockierten die wenigen Treppen und Aufgänge zum Kai und so wurde es zum Teil eine halsbrecherische Kletterei über Fender oder andere Boote, um an Land bzw. zurück an Bord des Dinghis
zu gelangen.
Los Christianos ist ein negatives Musterbeispiel für einen typischen Touristenort. Gigantische Hotelburgen, Restaurants vor denen man von aufdringliche Kellnern schon mit der
Speisekarte bedroht wird und Kommerz in allen Ecken. Na ja, wer so einen Urlaub toll findet - mein Ding ist das wirklich nicht mehr. Ich war direkt froh, wieder an Bord der Roald
zurückzukommen. Ich habe dann anschließend zusammen mit Bootsführer Bruno den Taxidienst übernommen, um die letzen Landgänger wieder einzusammeln.
Am nächsten Morgen gab es dann für die Nachtschwärmer noch die Gelegenheit zu einem erfrischendem Bad im Atlantik. Dann wurde noch eine Feuerlöschübung veranstaltet, bei der
neben der Atemschutz-Ausrüstung für den Löschtrupp auch die schon etwas betagte Feuerlöschpumpe zum Einsatz kam. Maschinist Andreas hat es nach einiger Zeit tatsächlich geschafft,
das Ding ans Laufen zu bekommen. Nach der anschließenden Manöverkritik hieß es gegen 13.30 Uhr Anker auf, Ziel war erneut Gran Canaria.
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